Mozartjahr 2006



Wolferl Mozart
zum 250. Geburtstag

Der kleine Mozart in Samt und Seide

Wie kommt man zu Mozart, wenn man beim Puppenmachen zwar immer am kindlichen Ausdruck arbeitet, aber nie ein historisches Kind dabei im Auge hat? -

Mozart eben - meine große Liebe ein Leben lang. Ich habe bei seinen Werken, vor allem bei den Opern, immer das Gefühl, dass die als feste Größe einfach immer da waren und gar nicht, wie die Kompositionen anderer, irgendwann "entstanden" sind. Diese Liebe zu Mozart muss ich meiner Tochter Johanna vererbt haben. Als sie während ihres Studiums an einer wissenschaftlichen Arbeit über ihn saß, redeten wir oft darüber. So hatten wir immer Mozart im Sinn, kamen auch auf das Mozartjahr 2006 - er wurde vor 250 Jahren geboren -, und plötzlich sagte Johanna: "Willst Du nicht eine Mozartpuppe machen?"

Das begeisterte mich sofort, und so machte ich mich an die Arbeit. Ich studierte die Abbildungen und überlegte, wie man dieses Kind, das Mozart war, gestalten könnte. So, wie Wolfgang mit sechs, sieben Jahren angezogen war, als kleiner Rokoko-Herr, so musste ich es auch machen. Feinste Stoffe haben wir für ihn ausgesucht: bestickten Seidensatin für die Weste, Dupion für Hose, Schuhe und das Futter des roten, mit Brokatspitze besetzten Samtfräckchens. Hemd, Jabot und Schal sind aus ganz dünner Pongé-Seide. Ich kann nur hoffen, dass es ihm gefallen und beim Klavierspielen nicht gestört hätte.

Zu meiner großen Freude wird mein Mozart überall gleich als solcher erkannt. Er ist eine, meine Erinnerung geworden an das Wunderkind, das in ganz Europa herumgereicht wurde und in Wien einmal der Kaiserin Maria Theresia auf den Schoß geklettert war.


Mozart schrieb in einem Brief vom 28. September 1782 an die Baronin von Waldstätten:

"wegen dem schönen rothen frok welcher mich ganz grausam im herzen kitzelt, bittete ich halt recht sehr mir recht sagen zu lassen wo man ihn bekommt, und wie theuer, denn daß hab ich ganz vergessen, weil ich nur die schönheit davon in betrachtung gezogen, und nicht den Preis.- denn so einen frok muß ich haben, damit es der Mühe werthe ist die knöpfe darauf zu setzen, mit welchen ich schon lange in meinen gedanken schwanger gehe;- ich habe sie einmal, als ich mir zu einem kleide knöpfe ausnahm, auf dem kohlmarkt in der Brandauischen knöpffabrique vis a vis dem Milano gesehen.- diese sind Perlmutter, auf der seite etwelche weisse Steine herum, und in der Mitte ein schöner gelber Stein.- Ich möchte alles haben was gut, ächt und schön ist!"



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